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Gesamtarbeitsvertrag
Personalverleih

Schweizerische Paritätische Berufskommission Personalverleih (SPKP)

Postfach 272
3000 Bern 15

 

Fragen & Antworten zu GAV-Beitrag / Parifonds Personalverleih

7.1 Muss man nebst dem Beitrag von 1 Lohnprozent im GAV Personalverleih auch weiterhin Beiträge an andere allgemeinverbindliche Gesamtarbeitsverträge entrichten?

Nein. Der Beitrag des GAV Personalverleih ersetzt sämtliche bisherigen, an ave GAV zu leistenden Parifonds-Beiträge. Der GAV Personalverleih geht anderen (allgemeinverbindlichen und nicht allgemeinverbindlichen) GAV vor, da er der für die Personaldienstleistung spezifischere und für die temporären Mitarbeitenden günstigere Vertrag ist.
Publiziert am 30.1.2012

Der Beitrag des GAV Personalverleih ersetzt hingegen bisher geleistete, allgemeinverbindliche FAR-Beiträge nicht. Letztere sind unverändert geschuldet und werden von den entsprechenden Organen wie bis anhin eingezogen.
Publiziert am 20.2.2012

7.2 Wer zieht den GAV-Beitrag von 1 Lohnprozent wann ein?

Der Beitrag des GAV Personalverleih wird neu an eine zentrale Stelle entrichtet, die Inkassostelle der paritätischen Kommission des GAV Personalverleih. Für swissstaffing-Mitgliederist das die Ausgleichskasse swisstempcomp,.
Publiziert am 30.1.2012

für Nicht-Mitgliederdie Geschäftsstelle Vollzug GAV Personalverleih.
Publiziert am 13.7.2012

7.3 Was ist die Berechnungsgrundlage für den GAV-Beitrag von 1 Lohnprozent?

Die SUVA-Lohnsumme (Verleihsumme) bildet die Basis und hat keine Obergrenze.
Publiziert am 20.2.2012

7.4 Wofür wird der GAV-Beitrag von 1 Lohnprozent eingesetzt?

Die GAV-Beitragsgelder fliessen in einen Branchen-Fonds. 40% der Gelder werden als Subventionen für die Weiterbildung von temporären Mitarbeitenden ausgeschüttet. Mit weiteren 40% der Gelder werden die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberprämien für die Krankentaggeldversicherung verbilligt. Die restlichen 20% der Fondsmittel werden für den Vollzug des GAV Personalverleih eingesetzt, insbesondere für Kontrollen über die Einhaltung des GAV Personalverleih.
Publiziert am 30.1.2012

7.5 Zahlen Arbeitnehmende mit einem Jahreslohn höher als CHF 148'200 Vollzugs- und Weiterbildungsbeiträge (1%)?

Nein. Die Beiträge müssen nur für die Lohnsumme der persönlich unterstellten Arbeitnehmenden (= Jahresverdienst kleiner als CHF 148'200) abgerechnet werden. Im Extremfall kann das bedeuten, dass ein Personalverleiher dem GAV unterstellt ist, auch wenn keiner seiner Arbeitnehmenden unterstellt ist, weil alle mehr als CHF 148'200 pro Jahr verdienen.
Publiziert am 25.5.2012 / Aktualisiert am 13.06.2017

7.6 Wie kann eine temporäre Arbeitskraft von der Weiterbildungsförderung profitieren?

Weitere Infos finden Sie bei der Geschäftsstelle Weiterbildung unter: www.tempservice.ch/temptraining/
Publiziert am 30.1.2012

7.7 Welche Unterstützungsleistungen bietet der Weiterbildungsfonds?

Der Weiterbildungsfonds leistet einen finanziellen Beitrag an den ausgewählten Weiterbildungskurs. Darüber hinaus leistet er einen Beitrag an den Lohnausfall während des Kursbesuchs und allfällige Spesen für Verpflegung und Unterkunft.

Der Vielfalt der temporär Arbeitenden entsprechend werden Kurse aus verschiedensten Branchen unterstützt. Mittelfristig wird der Weiterbildungsfonds Partnerschaften mit verschiedenen Bildungsinstitutionen eingehen, um die Kursangebote optimal an die Bedürfnisse der temporär Arbeitenden anzupassen.
Publiziert am 30.1.2012

7.8 Deckt der GAV-Beitrag auch die kantonalen Berufsbildungsfonds ab?

Nein. Der Beitrag von 1 Lohnprozent deckt die kantonalen Berufsbildungsfonds, die aktuell in den Kantonen ZH, FR, VD, VS, NE, JU, TI und GE geschuldet werden nicht ab. Die kantonalen Berufsbildungsfonds dienen der Mitfinanzierung der Lehrlingsausbildung, d.h. der Grundausbildung und nicht der Weiterbildung.
Publiziert am 12.4.2012

7.9 Sind Verleihbetriebe nebst der Entrichtung des Beitrags nach GAV Personalverleih auch zu einem Beitrag nach einem ave Berufsbildungsfonds verpflichtet?

Ja.
Grundsätzlich soll mit einem Berufsbildungsfonds die Unterstützung des ganzen Bildungs- und Weiterbildungssystems einer Branche und des Verbandes gewährleistet werden. Die Weiterbildungsbeiträge des GAV Personalverleih dienen hingegen der Finanzierung einzelner von temporären Arbeitnehmern begehrten Weiterbildungskursen.

Von der Beitragspflicht in einen entsprechenden Berufsbildungsfonds sind Betriebe jedoch befreit, sofern sie sich bereits mittels Verbandsbeitrag an der Berufsbildung beteiligen oder sonst nachweisbar angemessene Bildungs- oder Weiterbildungsleistungen erbringen, die der gleichen Branche zugutekommen.  Diese Betriebe dürfen nicht zu weiteren Zahlungen in allgemeinverbindlich erklärte Bildungsfonds verpflichtet werden, wie dies Art. 60 Abs. 6 BBG vorsieht.

Beim vorzunehmenden Vergleich der jeweiligen Beiträge ist nach Ansicht des Bundesgerichts im Einzelfall eine Leistungsabgrenzung vorzunehmen (BGE_2C_58/2009 E.3.4 und E. 3.5). Entscheidend  für die Beitragsmessung ist, dass niemand für die gleiche Leistung zweimal bezahlen soll. Für nicht branchentypische Arbeitnehmende ist es deshalb möglich, dass zusätzliche Zahlungen an einen andern Berufsverband oder sogar mehrere andere Berufsverbände zu leisten sind.

Aus dem Gesagten empfiehlt sich bei Unklarheiten, im Einzelfall beim jeweiligen Berufsbildungsfonds einen Antrag auf Teil-/Befreiung des Beitrags i.S.v. Art. 60 Abs. 6 BBG zu stellen.

Ein abschlägiger Entscheid kann mit einer Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde des entsprechenden Berufsbildungsfonds, dem SBFI, angefochten werden.
Publiziert am 31.1.2014

Kontakt

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Vertragspartner
www.swissstaffing.ch
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